• Wir wollen Standards setzen.

    Das primäre Ziel der Stiftung ist es, die optimale Nachsorge für den Lebendspender zu gewährleisten, denn in Deutschland gibt es derzeit noch kein standardisiertes Nachsorgeprogramm für Lebendspender.

  • Kongressankündigung – Infomationen unter “Aktuelles”

    10.-21.Juli 2012: Symposium: “Focus on living donation” in München

    22.Juli 2012: “Lebendnierentransplantation” – Spender-und Empfängertag

  • Neue Rubrik

    “News” – Informieren Sie sich über aktuelle Pressemeldungen

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Vor-und Nachteile der Lebendspende

Vor- und Nachteile für Spender und Empfänger

Die Vorteile einer Lebendspende für den Nierenempfänger sind offenkundig:
Er kennt den Spender! Die langen Wartezeiten, die bei der Vergabe einer Leichenniere über Eurotransplant entstehen, und weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen werden vermieden. Eine frühzeitige Lebendtransplantation kann auch eine dauerhafte Invalidität abwenden. Patienten, die zur Leichennierentransplantation angemeldet und auf der Warteliste von Eurotransplant vermerkt sind, müssen derzeit mit einer Wartezeit von circa fünf bis sechs Jahren rechnen. Diese Zeit ist lang, und die Ungewissheit ist belastend. Die Transplantation einer Lebendniere ist in der Regel erfolgreicher als die einer Leichenniere. Transplantatschäden oder Verluste durch Abstoßungen und andere Komplikationen sind geringer. Die Langzeitergebnisse der Lebendspende liegen insbesondere bei der Verwandtenlebendspende durchschnittlich 10% über den Ergebnissen der Leichennierentransplantation. Dies bedeutet, dass nach einem Jahr über 90% der lebend transplantierten Organe funktionieren, wobei sich diese besseren Funktionsraten im Falle einer Verwandtenspende auch noch nach zehn Jahren bemerkbar machen.

Dies heißt jedoch umgekehrt, dass im Zeitraum eines Jahres leider auch bis zu 10% der Lebendnierentransplantate verloren gehen. Ursache eines Transplantatverlustes könnte eine Abstoßung des Transplantates, eine schwerwiegende Infektion oder ein Gefäßverschluss einer Transplantatarterie oder -vene sein. Meist liegt eine schwere Abstoßungsreaktion durch das Immunsystem des Empfängers vor, die mit den heute verfügbaren Medikamenten nicht beherrscht werden kann. Abstoßungsepisoden treten in etwa 25% in den ersten Wochen auf. Sie können meist erfolgreich durch Änderung der Medikation (Erhöhung der Cortisondosis, Änderung der Basisimmunsuppression) behandelt werden.

Die Abstoßungsreaktion ist ein biologischer Vorgang, der sich durch Tests im Vorfeld nicht erkennen lässt. Spender und Empfänger müssen dieses Risiko des Organverlustes kennen und in ihre Überlegung mit einbeziehen. Wenn sie es nicht tun, kann die Enttäuschung so groß werden, dass alles als vergebens betrachten wird. Das allerdings wäre falsch.

Vor- und Nachteile der Nierenlebendspende gegenüber der Leichenspende

Vorteile der Nierenlebendspende gegenüber der Leichenspende:

  • kurze Wartezeit des Empfängers
  • die Operation kann geplant werden und wird für den Chirurgen, Spender und Empfänger
    zum optimalen Zeitpunkt durchgeführt
  • kurze Konservierungszeit des Organs von nur ein bis drei Stunden zwischen Entnahme und Transplantation
  • sehr hohe Funktionsrate der transplantierten Niere
  • längere Funktionsdauer der transplantierten Niere
  • emotionaler Gewinn für Spender und Empfänger
  • sozioökonomische Vorteile

Nachteile der Nierenlebendspende gegenüber der Leichenspende:

  • ein gesunder Mensch muss sich einer Operation unterziehen
  • allgemeines Operations- und Narkoserisiko durch eine mittelgroße Operation
    - leichte Komplikationen circa zehn Prozent (z.B. Harnwegsinfektionen)
    - schwerwiegende Komplikationen (z.B. Nachblutung mit erneuter Operation: < 3%)
    - Sterblichkeit (< 0,03%)
  • erforderliche ärztliche Nachuntersuchungen in regelmäßigen Abständen
  • Langzeitrisiken
    - Risiko, durch einen Unfall oder spontanes Auftreten eines bösartigen Nierentumors in der verbliebenen Niere selbst Dialysepatient zu werden (unter 0,01% im Lauf eines Lebens)
    - Bluthochdruck ca. 20% höher
    - Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie) ca. 10%
    - versicherungsrechtliche Restrisiken (zum Beispiel Arbeitsausfall bei Arbeitsunfähigkeit etc.